KOHÄRENZGEFÜHL: QUELLE FÜR GUTE LEBENSQUALITÄT

Kinder und Jugendliche mit angeborenen Herzfehlern haben oftmals trotz körperlicher Einschränkungen oder gesundheitlicher Probleme eine gute Lebensqualität. Ein Grund dafür könnte sein, dass sie aufgrund ihres Herzfehlers früh gelernt haben, ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen und deshalb gut mit ihrer Erkrankung umgehen können. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem starken Kohärenzgefühl.
Welchen Einfluss das Kohärenzgefühl auf die Lebensqualität bei Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler hat, haben Forscher des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler in einer Studie mit 770 Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren untersucht. Unabhängig von medizinischen und sozialen Einflüssen geht es Kindern und Jugendlichen mit einem hohen Kohärenzgefühl besser als Personen mit einem niedrigen Kohärenzgefühl, haben Projektleiter Dr. Neuner von der Universität Münster und sein Team herausgefunden. Dieser Zusammenhang ließ sich auch über einen Zeitraum von einem Jahr nachweisen und bestand insbesondere für das emotionale Wohlbefinden.
Ein starkes Kohärenzgefühl entwickelt sich, wenn vor allem drei Bedingungen gegeben sind: stabile emotionale und materielle Verhältnisse, die Möglichkeit, an Entscheidungen teilzuhaben sowie eine Umgebung, die Heranwachsende weder unter- noch überfordert. Eltern, Lehrer und behandelnde Ärzte können zur Entwicklung eines starken Kohärenzgefühls beitragen, in dem sie diese Bedingungen für Kinder und Jugendliche schaffen.
