SCHWERBEHINDERTENAUSWEIS: VIELE BETROFFENE MIT ANGEBORENEN HERZFEHLERN NUTZEN IHN NICHT

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Die Mehrzahl der im Nationalen Register gemeldeten erwachsenen Patienten hat keinen Schwerbehindertenausweis.

Das ergab die Befragung erwachsener Herzfehler-Patienten, die das Nationale Register gemeinsam mit dem Bundesverband Herzkranke Kinder e. V. (BVHK) und der Bundesvereinigung Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler e. V. (BV JEMAH) durchführte. An der Befragung nahmen insgesamt 1.828 Personen im Alter von durchschnittlich 32 Jahren teil.

Etwa zwei Drittel der Befragten gaben an, keinen Schwerbehindertenausweis zu besitzen. Dabei gab es große Unterschiede zwischen einzelnen Herzfehler-Gruppen. So hatten fast alle Betroffenen mit einem univentrikulären Herzen eine anerkannte Schwerbehinderung. Dagegen besaßen Patienten mit einer Aortenisthmusstenose am seltensten einen Schwerbehindertenausweis.
Patienten mit einem atrioventrikulären Septumdefekt war am häufigsten ein Grad der Behinderung von 100 zuerkannt worden.

Die Befragten, die zum Zeitpunkt der Befragung keinen Schwerbehindertenausweis besaßen, nannten als häufigsten Grund hierfür, bislang keinen Ausweis beantragt zu haben. Warum dies so ist, ist bislang unklar. Die Studienleiter vermuten, dass Menschen mit angeborenem Herzfehler oft nicht ausreichend darüber informiert werden, dass für sie diese Möglichkeit besteht. Zudem nehmen sie an, dass viele Menschen aus Angst vor Benachteiligung, z. B. bei der Arbeitssuche, keinen Schwerbehindertenausweis beantragen.

Ein Schwerbehindertenausweis ermöglicht verschiedene Vergünstigungen und Hilfestellungen zur Bewältigung von Alltagsherausforderungen, was gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen wichtig sein kann. Ausgehend von den Studienergebnissen empfehlen die Studienleiter deshalb, dass sich Menschen mit angeborenen Herzfehlern frühzeitig und umfassend zu ihren Möglichkeiten, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, beraten lassen.

In unserem Newsletter berichtet Anke Niewiera, Betreuerin der Beratungs-Hotline für sozialrechtliche Fragen des BVHK, von ihren Erfahrungen mit dem Thema.

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