WIE BELASTBAR SIND KINDER MIT ANGEBORENEM HERZFEHLER?

Wie viel können wir unserem Kind zutrauen? Darf unser Kind trotz des Herzfehlers Sport machen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen die Eltern von Kindern mit einem angeborenen Herzfehler. Denn auch nach einer erfolgreichen Behandlung ist die körperliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Patienten oftmals eingeschränkt. „Nicht selten haben Patienten mit einem angeborenen Herzfehler Probleme mit ihrer Belastbarkeit in der Schule, im Beruf, im Familienleben und in ihrer Freizeit. So kommen viele Fragen auf, beispielsweise zum geeigneten Sportverhalten oder zur Berufswahl“, erklärt Dr. Karl-Otto Dubowy, Projektleiter im Kompetenznetz Angeborene Herzfehler. Bislang konnten die behandelnden Ärzte auf diese Fragen keine genaue Antwort geben. Es fehlte an Daten, um die Belastbarkeit realistisch einzuschätzen. „Denn um die Belastbarkeit realistisch einzuschätzen und einzuordnen, sind sowohl Vergleichswerte von gesunden Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren nötig als auch von Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersklassen. Diese Referenzwerte fehlten uns bislang.“

Von klein bis groß – mitwachsende Referenzwerte

Dank einer Studie des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler ist das nun anders. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat Dr. Dubowy eine Studie zur objektiven Belastbarkeit durchgeführt. „Hierfür haben wir in Bad Oeynhausen bei über 2000 gesunden Probanden über fünf Jahre hinweg Normwerte für die körperliche Belastbarkeit erhoben“, so Dr. Dubowy. Die Belastbarkeit von gesunden Probanden wurde auf dem Fahrrad und Laufband untersucht sowie die in sechs Minuten erreichte Gehstrecke zu ebener Erde gemessen. Zeitgleich wurden in mehr als 20 Herzzentren und Kliniken Patienten mit angeborenem Herzfehler systematisch nachuntersucht. Mit Hilfe der nun vorliegenden umfangreichen Bestandsaufnahme zur objektiven körperlichen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit vom Alter, Geschlecht  und der Art des angeborenen Herzfehlers ist es nun möglich, den tatsächlichen Effekt einer Therapie gegenüber dem physiologischen Wachstum abzugrenzen und Rückschlüsse auf die therapeutischen Maßnahmen für sich zu ziehen. Behandelnden Ärzten steht in Kürze auf der Internetseite des Kompetenznetzes  ein  Webtool „Onlineauswertung Objektive Belastbarkeit“ frei zur Verfügung. „Die Werte eines Patienten können hier zu Normwerten in Bezug gesetzt und so die individuelle Belastbarkeit bestimmt werden“, erklärt Dr. Dubowy.

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